Schriftgröße:

Glossar – Begriffserklärungen (in alphabetischer Reihenfolge)

MFA-Frau-Botzenhardt-am-Sonogeraet

Andrologie

Andrologie ist ein Spezialgebiet der Medizin, das sich mit den Fortpflanzungsfunktionen des Mannes und deren Störungen (z.B. Impotenz) befasst. Somit ist die Andrologie die männliche Entsprechung der Gynäkologie. Andrologie bedeutet wörtlich „Männerheilkunde“. Die Andrologie ist ein interdisziplinäres Gebiet, bei dem Endokrinologen, Humangenetiker, Urologen, Hautärzte, Sexual- und Reproduktionsmediziner und bei Bedarf auch viele andere Spezialisten wie Mikrobiologen, Virologen, Onkologen usw. zusammenwirken.

Die zentralen Themen der Andrologie sind demnach:

  • die Störungen der Zeugungsfähigkeit (Infertilität),
  • die Störungen der Hormonbildung im Hoden (Hypogonadismus),
  • die Störungen der Erektionsfähigkeit (erektile Dysfunktion = Impotenz),
  • die männliche Verhütung (Kontrazeption) und die Alterungsprozesse des Mannes (Seneszenz).
Carcinoembryonales Antigen (CEA)

Carcinoembryonales Antigen (CEA)wird als Tumormarker verwendet für eine Reihe von bösartigen Tumoren, insbesondere für den Darmkrebs, das Pankreaskarzinom, das Mammakarzinom sowie das Adenokarzinom der Lunge.

Chemotherapie

Chemotherapie ist eine medikamentöse Therapie von Krebserkrankungen (antineoplastische Chemotherapie) oder Infektionen (antiinfektiöse Chemotherapie, auch antimikrobielle Chemotherapie). Umgangssprachlich ist jedoch meistens die Behandlung von Krebs gemeint.

Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL)

Die Lithotripsie oder ESWL ist das Zertrümmern der Harnsteine durch Stoßwellen. Hierbei kann meist auf einen stationären Eingriff verzichtet werden. Bei diesem Verfahren wird versucht, mit Hilfe von gebündelten Schallwellen, die auf die betroffene Stelle gerichtet werden, den Fremdkörper ohne einen percutanen Schnitt soweit zu zerkleinern, dass er entweder natürlich oder operativ entfernt werden kann. Die Behandlungsmethode wurde 1980 erstmals von Ärzten des Universitätsklinikums Großhadern (München, Deutschland) und Ingenieuren und Technikern der Firma Dornier System (Friedrichshafen, Deutschland) erfolgreich durchgeführt.

Technisches Prinzip:
Stosswellen sind starke Druckwellen in elastischen Medien wie Gasen, Flüssigkeiten oder Festkörpern, die unter anderem durch Explosionen erzeugt werden. In der Stossfront einer Stosswelle herrschen hohe mechanische Spannungen und Drücke, wodurch sich die Stosswelle von der Schallwelle, z. B. Ultraschallwelle, unterscheidet. Die Stosswelle breitet sich mit Überschallgeschwindigkeit aus.

Makrohämaturie

Makrohämaturie bezeichnet das mit dem bloßen Auge erkennbare Vorhandensein von Blut im Urin, im Gegensatz zur Mikrohämaturie, die lediglich durch weitergehende diagnostische Methoden (Urin-Stix, Mikroskopie) diagnostizierbar ist.

Mikrohämaturie

Mikrohämaturie bezeichnet das Vorhandensein von Blut im Urin (Hämaturie), das mikroskopisch oder im Sangur-Test mittels Teststreifen nachgewiesen werden kann, aber makroskopisch im Gegensatz zur Makrohämaturie nicht sichtbar ist.

Die Mikrohämaturie ist ein Symptom aber keine Erkrankung per se und hat ihr Ursache entweder im Bereich der Niere, oder in den ableitenden Harnwegen. Sie kann z.B. hinweisgebend auf einen bösartigen Tumor im Harntrakt sein.

NMP-22 Test (Blasenkrebstest)

Wissenswertes zum Blasenkrebsscreening - der NMP-22 Test

Was wird mit dem NMP 22 Test beabsichtigt?
Mit der Durchführung des NMP-22 Tests möchte man frühzeitig Patienten mit möglichem Blasenkrebs herausselektionieren um dann durch eine weitere gezielte Diagnostik durch Blasenspiegelung die Diagnose eines Blasenkarzinoms in einem frühen, noch heilbaren Stadium zu ermöglichen.

Was ist NMP 22?
NMP-22 ist ein Eiweißmolekül, das von Krebszellen im Rahmen des programmierten Zelltodes produziert wird und eventuell beim Vorliegen von Blasenkrebserkrankungen, auch Harnleiter- und Nierenbeckenkrebs mit dem Urin ausgeschieden wird. Das betreffende Eiweißmolekül kann mit dem NMP-22 BladderCheck-Test nachgewiesen werden.

Was ist der NMP-22 BladderCheck Test?
Der NMP 22 Test ist eine einfacher Urintest, bei dem 3 Tropfen Urin benötigt werden. Er ist ein Test zur Früherkennung eines Blasentumors. Er eignet sich besonders zum Screening von Risikopatienten sowie ergänzend zur Kontrolle von Krebspatienten in der Praxis. Der NMP 22 Test kann auch Tumore in den oberen Harnwegen (Nierenhohlsysteme) und Harnleiter entdecken. Der Test ergänzt die Blasenspiegelung, die Blasenspiegelung wird durch diesen Test nicht ersetzt. Er ist nach 30 Minuten ablesbar.

Was ist Blasenkrebs?
Blasenkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Blasenschleimhaut. Blasenkrebs ist nach dem Prostatakrebs die zweithäufigste urologische Tumorerkrankung. Männer sind dreimal so häufig betroffen wie Frauen. In den letzten 20 Jahren wurde eine stetige Zunahme der Blasentumorfälle beobachtet, die unter anderem auch durch das vermehrte Rauchen verursacht werden.

Risikofaktoren für Blasenkrebs?
Die im folgenden aufgelisteten Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Blasenkrebs:
Raucher, Arbeitnehmer in chemischen Betrieben (z.B. Farbstoff-, Lack- und Lederindustrie), Tankwarte, Fernfahrer, Friseurinnen, Patienten, die chronisch Schmerzmittel einnehmen, Patienten mit chronischen Blasenentzündungen und Harnabflussstörungen, Patienten mit einer vorausgegangenen Blasenkrebserkrankung.

Was ist zu tun, wenn der NMP 22 Test positiv ist?
Wenn der NMP-22 Test positiv ist, muss eine erweiterte urologische Abklärung durch Röntgen und Blasenspiegelung erfolgen um die Diagnose zu sichern.

Wer sollte den NMP 22 Test durchführen lassen?
Patienten bei denen oben genanntes Risikoprofil besteht, generell bei Patienten ab dem 45. Lebensjahr.

Wer bezahlt den NMP-22 Test?
In den USA ist der NMP 22 Test von der FDA (U. S. Fud and Drug Administration - vergleichbar mit dem deutschen Bundesgesundheitsamt) zugelassen zur Therapieüberwachung und für das Screening von Karzinomen ausgehend von der Harntraktschleimhaut. In Deutschland ist der NMP-22 Test leider keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Daher sind die Kosten für den Test vom Patienten privat zu tragen.

Noch Fragen?
Bitte scheuen sie sich nicht mit uns eventuelle zusätzliche Fragen zu besprechen. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

Onkologie

Onkologie bezeichnet man die Wissenschaft, die sich mit Krebs befasst. Im engeren Sinne ist Onkologie der Zweig der Medizin, der sich der Vorbeugung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von malignen Erkrankungen widmet.

Palliativmedizin

Palliativmedizin ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen zum Tode führenden Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung. Sie strebt die Besserung körperlicher Krankheitsbeschwerden ebenso wie psychischer, sozialer und spiritueller Probleme an. Das Hauptziel der palliativmedizinischen Betreuung ist die Verbesserung der Lebensqualität für die Patienten und ihre Angehörigen (auch über die Sterbephase hinaus). Im Deutschen wird Palliativmedizin auch als Übertragung des englischen Begriffes Palliative Care verwendet, sie beinhaltet gleichwertig pflegerische, ärztliche und psychosoziale Kompetenz.

Phimose

Phimose ist eine Verengung der Öffnung der Vorhaut des Penis.

Dadurch lässt sich die Vorhaut nicht oder nur mit Schmerzen hinter die Eichel zurückziehen. Eine Vorhautverklebung des Neugeborenen ist normal (physiologische Phimose), löst sich aber in den meisten Fällen bis zum Schulalter. Bei weiter bestehender Situation kann sie als primäre Phimose Probleme bereiten. Eine Phimose kann auch im späteren Alter durch nachlassende Hautelastizität oder durch Narben von Verletzungen oder Entzündungen neu auftreten (erworbene oder sekundäre Phimose).

Die nichtoperative Behandlung umfasst die Dehnung der Phimose oder das Lösen der Verklebung durch vorsichtiges Verschieben der Vorhaut, soweit dies schmerzfrei und ohne Widerstand möglich ist, unter Aufbringen kortisonhaltiger Salbenpräparate. Diese Maßnahme wird über einen längeren Zeitraum durchgeführt und ist bei sachgerechter Durchführung nebenwirkungsarm insbesondere stellt sie keinen schwer reversiblen Eingriff dar. Die Erfolgsrate bei der konservativen Behandlung von Phimosen mit Salbenpräparaten liegt nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie zwischen 50 % bis 75 %.

PSA = Prostataspezifische Antigen

PSA = Prostataspezifische Antigen ist ein Enzym, das als physiologisches Sekretionsprodukt der prostatischen Ausführungsgänge dem Ejakulat beigemengt ist und der Verflüssigung der Samenflüssigkeit dient und dadurch die Beweglichkeit der Spermien verbessert. PSA wird vom Drüsenepithel der Prostata und von den periurethralen Drüsen produziert und findet sich in hohen Konzentrationen in der Samenflüssigkeit (bis zu 3 mg/ml). Seine Bildung steht unter der Kontrolle von Androgenen.

Die Halbwertszeit des gebundenen PSA beträgt 48 - 72 Stunden, es wird in der Leber metabolisiert, freies PSA hat eine Halbwertszeit von zwei bis drei Stunden und wird über die Niere ausgeschieden. Aus der Samenflüssigkeit wurde PSA zuerst im Jahre 1979 von Wang isoliert. Mittlerweile ist PSA zum wichtigsten Marker in der Urologie geworden und ist der empfindlichste Parameter in der Diagnostik und Nachsorge des Prostatakrebses.

PSA gilt als Gewebemarker und nicht als reiner Tumormarker, da es naturgemäß auch beim Prostatagesunden nachweisbar ist, z.B. auch bei der gutartigen Prostatavergrößerung (der so genannten benignen Prostatahyperplasie) erhöht sein kann. Durch diese Blutuntersuchung kann der Tumor in einem heilbaren Stadium diagnostiziert werden.

Radikale Prostatektomie

Radikale Prostatektomie ist die operative Standardmethode zur Behandlung des lokalisierten Prostatakrebses. Bei der Operation wird die Prostata mit Kapsel, den Endstücken der Samenleiter und den Samenblasen entfernt. In der Regel wird die Prostatektomie mit einer Lymphknotenausräumung im kleinen Becken kombiniert. Es gibt heute drei unterschiedliche Zugangswege.

Die offene suprapubische Prostatektomie gilt als Standardmethode. Zunehmend wird auch der laparoskopische Zugang (Bauchspiegelungstechnik) verwendet.

Die perineale Prostatektomie hat erneut einen Aufschwung erlebt. Jedes Verfahren hat seine Vor- und Nachteile. Nach heutigem Wissensstand sind die drei Methoden in Bezug auf Tumorkontrolle und Nebenwirkungen fast gleichwertig. Der gewählte Zugang ist deshalb nachrangig und hängt von den Wünschen des Patienten und vom Ausbildungsstand des Chirurgen ab.

Radikale Zystektomie

Radikale Zystektomie Entfernung der Harnblase mit Sicherheitsabstand und Durchführung einer gründlichen pelvinen Lymphadenektomie. Beim Mann wird bei der Zystektomie zusätzlich die Prostata entfernt, bei der Frau ein Teil der Scheidenvorderwand, Gebärmutter und wahlweise die Eierstöcke.

Sonographie

Sonographie, umgangssprachlich auch Ultraschall genannt, ist die Anwendung von Ultraschall als bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von organischem Gewebe in der Medizin und Veterinärmedizin sowie von technischen Strukturen.

Spermiogramm

Spermiogramm ist das Ergebnis einer Ejakulatanalyse und dient der Beurteilung der Zeugungsfähigkeit des Mannes. Ein Spermiogramm wird erstellt, wenn Verdacht auf Unfruchtbarkeit besteht (unerfüllter Kinderwunsch) oder wenn nach einer Vasektomie die Sterilität sichergestellt werden muss.

Testosteron

Testosteron ist ein wichtiges Sexualhormon (Androgen), das bei beiden Geschlechtern vorkommt, sich dabei aber in Konzentration und Wirkungsweise bei Mann und Frau unterscheidet.

Bei Männern wird Testosteron zum größten Teil unter dem Einfluss des LH (Luteinisierendes Hormon) in den Leydigschen Zwischenzellen im Hoden produziert.

Die Nebennierenrinde bildet zwar kleine Mengen anderer Androgene, jedoch nur in sehr geringem Maße Testosteron.

Transurethrale Resektion (TUR)

Transurethrale Resektion (TUR) ist eine urologische Operationstechnik, bei der erkranktes Gewebe aus Harnblase oder Prostata abgetragen wird.

Die Operation erfolgt ohne äußeren Schnitt, sondern durch die Harnröhre hindurch.

Umgangssprachlich wird die TUR auch als Hobelung bezeichnet.

Urethrozystoskopie

Urethrozystoskopie ist die endoskopische Untersuchung (Spiegelung) von Harnröhre (Urethra) und Harnblase. Eine Kombination mit zahlreichen diagnostischen oder therapeutischen Eingriffen ist möglich, ähnlich wie bei der Zystoskopie. Zusätzlich kann man dabei z.B. die Prostata ausmessen und feststellen, inwieweit sie bei einer Vergrößerung die Harnröhre einengt und ob sich ein mögliches Prostatakarzinom auf die Harnblase ausgedehnt hat.

Ureterorenoskopie (URS)

Ureterorenoskopie (URS) ist eine endoskopische Inspektion des Harnleiters und des Nierenbeckens. Neben diagnostischen Zwecken wird sie vor allem als Therapie z.B. Harnleitersteinentfernungen etc. angewandt.